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Leben verlängern durch Fitness im Alter

Aktionsplan „Seniorensicherheit“ will Seniorensport fördern

Bewegung hält jung. Eine Weisheit, die vor allem im Alter ihre Berechtigung hat. Bewegungsmangel und Muskelschwäche sind ein Grund für viele Stürze im Alter. Senioren stellen 50% der Unfalltoten. Damit weniger passiert, hat der Österreichische Seniorenrat gemeinsam mit „Sicher Leben“ einen Aktionsplan zur Seniorensicherheit erstellt. Neben der Verbesserung der Wohnungen wird auch mehr Bewegung im Alter gefordert.

Der Wien-Marathon hat es eindrücklich unter Beweis gestellt: Alter ist kein Grund für Bewegungslosigkeit. Neben Spitzensportlern und jüngeren Amateurläufern mischten sich auch zahlreiche betagtere Damen und Herren ins Getümmel und bewiesen, dass man über 60 noch lange nicht zum „alten Eisen“ gehört. „Fitness ist gerade im Alter von entscheidender Bedeutung. Bewegung kann das Leben um viele Jahre verlängern und verhindert Unfälle“, weiß Dr. Rupert Kisser, Leiter des Institutes „Sicher Leben“. „Viele ältere Menschen sind durch jahrzehntelangen Bewegungsmangel „eingerostet“, die Muskeln verkümmern, die Bänder sind verkürzt, das Gleichgewicht ist gefährdet. Vor allem Unfälle durch Stürze – sie machen 90 % aller Unfälle aus - könnten durch ein gezieltes Balance- und Krafttraining reduziert werden. Nebenbei werden Herz und Kreislauf trainiert. Während Sport in jungen Jahren nicht unbedingt lebensverlängernd wirkt, hat er im Alter einen enormen Gesundheitseffekt“.

Senioren stellen 50 % der Unfalltoten

20 % der Bevölkerung sind über 60 Jahre alt, diese Gruppe stellt aber 50 % der Unfalltoten. Jährlich erleiden rund 190.000 Menschen dieser Altersgruppe einen Unfall, der eine medizinische Behandlung erfordert. Durch die Zunahme des Bevölkerungsanteils alter Menschen, insbesondere Hochbetagter nehmen Unfälle im Alter seit Jahren kontinuierlich zu. Laut „Sicher Leben“ wären allerdings viele dieser Unfälle vermeidbar: „Neben gezieltem Koordinationstraining, z. B. beim Seniorenturnen oder mit Hilfe von Physio- oder Ergotherapie, trägt ein altersgerechtes Wohnumfeld entscheidend zur Sicherheit älterer Menschen bei. Schlecht ausgestattete Wohnungen erhöhen hingegen nachweislich und in erheblichem Umfang das Unfallrisiko. Hier sind auch die Entscheidungsträger aufgerufen zu handeln. Bis heute werden beispielsweise noch Seniorenwohnheime gebaut, die über keine barrierefreien Duschräume verfügen“, weist Kisser auf die Notwendigkeit des altersgerechten Wohnens hin.

Mehr Sicherheit in den eigenen vier Wänden

Sicherheitsmängel wie Türschwellen, schadhafte Bodenbeläge, mangelhafte Beleuchtung, Badezimmer ohne Haltegriffe, fehlende Handläufe bei Treppen uvm. wirken sich im Alter doppelt aus. Alte Menschen sind nicht nur gebrechlich, sondern verbringen auch mehr Zeit in der Wohnung. Umso notwendiger wird es, auf die speziellen Bedürfnisse dieser besonders schutzbedürftigen Bevölkerungsgruppe einzugehen und auch beim Wohnungsbau, der Wohnungsadaptierung oder bei der Produktgestaltung Rücksicht zu nehmen. Ähnliches gilt auch für die Verkehrswege: Asphaltierte Gehsteige, Absenkungen bei Kreuzungen, vorgezogene Plattformen bei Haltestellen oder Niederflurfahrzeuge dienen der Sicherheit und ermöglichen auch gebrechlichen Menschen Mobilität.

Aktionsplan Seniorensicherheit: 25 % weniger tödliche Unfälle bis 2010

Unfallverletzungen älterer Menschen verursachen nicht nur Leid – vielfach heilen Verletzungen schlechter und führen zu Pflegebedürftigkeit oder Tod -, sondern auch erhebliche Kosten im Gesundheits- und Sozialsystem. Seniorenunfälle kosten rund € 900 Millionen, das sind 50 % aller direkten Unfallkosten. Der Österreichische Seniorenrat hat diesem Umstand Rechnung getragen und einen „Aktionsplan Seniorensicherheit“ ins Leben gerufen, der gemeinsam mit Seniorenverbänden, Bund, Ländern und Krankenkassen umgesetzt werden soll. Die ambitionierten Ziele sind die Senkung der Zahl der tödlichen Unfälle der über 60-jährigen um 25 % (2001-2010) und die Reduktion der Spitalstage um 10 %.

Maßnahmen umsetzen!

Damit diese Ziele auch erreicht werden können, ist zunächst eine Informationsoffensive geplant. Im Aktionsplan vorgesehen ist ein Aktionszentrum, das die notwendigen Schulungen auf Bund- und Länderebene vorbereiten und koordinieren soll.

Weiters soll(en)

  • Unfallursachenforschung intensiviert werden;
  • die Krankenkassen mehr Mittel zur Prävention erhalten;
  • bei der Sicherheit von Produkten auf die Bedürfnisse alter Menschen Rücksicht genommen werden;
  • seniorengerechtes Bauen und die Adaptierung von Wohnungen gefördert werden
  • im Straßenverkehr die Bedürfnisse alter Menschen verstärkt berücksichtigt werden;
  • entsprechende Schulung und Weiterbildung für alle Berufsgruppen, die seniorenspezifische Leistungen erbringen, verpflichtend werden;
  • und Angebote, die Freude an der Bewegung vermitteln, verstärkt gefördert werden.

      Wien, 04.Juni.2002





Institut Sicher Leben


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